Wie wurde aus der Staatlichen Regelschule Nöbdenitz, die Schule wie wir sie heute kennen?

 

Alles fing damit an, als erstmalig im Kreis Schmölln

Schulerweiterungen und Neubauten im Gespräch waren.

Neben einem Erweiterungsbau in Dobitschen wurde

1958 ein Schulneubau in Nöbdenitz diskutiert und

schließlich beschlossen.

Denn heute kaum vorstellbar, doch damals purer Alltag für die

Schülerinnen und Schüler in Nöbdenitz, hielt man den Unterricht

in den verschiedensten Einrichtungen ab.

Ob in der Turnhalle in Lohma oder in der Villa, in Posterstein, Weißbach oder Vollmershain, dort, wo sich Platz befand, unterrichtete man. Natürlich waren diese Lernbedingungen nicht mehr den Kindern zumutbar und so musste eine schnelle Lösung her.

Bloß wohin sollte man die neue Schule bauen?

 

Die erste Idee, war ein Standort zwischen Nöbdenitz und Posterstein.                                               

Das ging allerdings nicht. Warum? Weil dort die Bahn lang fuhr und es hätte letztlich eine zu laute Lärmkulisse gegeben.                                                                                                                       

Auch die zweite Idee, zwischen Nöbdenitz und Lohma, brachte das gleiche Problem mit sich. Es würde einfach zu laut werden durch den dort vorhandenen Zugverkehr.

Alle guten Dinge sind drei, sagte man sich und im Falle unserer Schule traf das auch zu. Nämlich die dritte Idee, die Schule in die Waldstraße zu bauen, überzeugte schließlich. Da fuhren nicht ständig Züge vorbei und außer, dass die Schüler von einem am Fenster vorbeikommenden Reh abgelenkt würden, brauchte man keine anderen Belästigungen zu befürchten. Vielleicht dachte man damals noch nicht daran, aber der schöne Blick ins Grüne würde zu einer der großen Besonderheiten unserer Schule werden.     

                                                                                                                                                                            

Nun fand man endlich einen Platz für unsere Schule, aber damit waren noch nicht alle Probleme gelöst. Die Waldstraße gehörte zum Land, das sich im Besitz der Kirche befand. Naja, Probleme gibt es bekanntlicherweise bei großen Vorhaben immer. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Durch einen Tausch mit staatlichem Land ging das ehemalige Kirchenland in Staatseigentum über und der Bau war durchführbar.

Niemand weiß genau, wieviel Geld in den Bau floss. Um das Millionenprojekt zu finanzieren, mussten

25 % der Bausumme im Rahmen des „Nationalen Aufbauwerks“, kurz NAW, erbracht werden. Die Schüler wendeten sich in einem Offenen Brief an die Werkstätigen des Kreises, ihnen bei der Erfüllung dieser Aufgabe zu helfen.

Die Baubedingungen sind mit heutigen Verhältnissen nicht vergleichbar. Die wichtigsten Werkzeuge, zum Bau unserer Schule waren, Hacke und Schaufel. Nur durch gute Verbindungen gelang man an einen Bagger, eine Planierraupe von der Wismut AG oder zu kostenlosen Möbeltransporten.

Nun kann man denken, dass hinter dem Bauprojekt auch ein Architekt mit einem Bauplan steht. Oder? Weit gefehlt. Für den Bau der Schule gab es keinen Architekten. Unser Schulgebäude ist ein Typenbau.

In Kohren-Salis stand eine Schule, die nach dem gleichen Typ gebaut wurde. Selbstverständlich gibt es in Nöbdenitz andere Geländegegebenheiten als in Kohren-Salis, aber das war kein Hindernis für die Baumeister. Man drehte den Bauplan einfach und der Schulbau erfolgte spiegelverkehrt.

Die neue und damals hochmoderne Polytechnische Oberschule brauchte noch einen neuen Namen. Zuerst sollte die Schule nach Martin-Anderson-Nexö, einen dänischen Schriftsteller der Arbeiterliteratur, benannt werden. Der zweite Name, der fiel, war Ernst Schneller, ein deutscher Lehrer und Abgeordneter der Partei KPD.  Die Partei- und Kreisleitung entschied sich für den letzteren Namen. Damit hieß die Schule ab 1969 „Ernst-Schneller-Oberschule“.

Heute heißt unsere Schule nicht mehr so. Die Zeit bringt Veränderungen mit sich und 1990 benannte man die Schule zur „Staatlichen Regelschule Nöbdenitz“ um.

Unsere Schule feierte 2017 ihren 55. Geburtstag. Sie ist nicht mehr die Jüngste, doch mit ihrem Blick in den grünen Wald und dem großen Pausenhof, der an die Felder angrenzt, ist sie eine Schule mit einem ganz besonderen Charme. Unsere Schüler und Lehrer lieben die ruhige Lage. Im Schulgebäude zeigen wir gern was wir künstlerisch und schulisch meistern können. Unsere Klassenräume sind alle einzigartig auf ihre Weise von unseren Lehrern und Schülern gestaltet worden. Familiärer Umgang untereinander ist uns ganz wichtig und steht an oberster Stelle. Unsere Lehrer helfen und unterstützen uns bei der Erfüllung unserer schulischen wie beruflichen Ziele ganz nach unserem Schulmotto: „Nach jedem Abschluss ein Anschluss in unserer Region“.